Ohne Sprache ist Politik undenkbar – sie ist das A und O, um politische Wirklichkeiten zu erzeugen und zu vermitteln. „In politischen Reden und Texten manifestieren sich Machtverhältnisse. Sie bestimmen, wer im Diskurs die Deutungshoheit besitzt und welche Positionen als legitim gelten“ schreibt der Germanist und Experte für politische Linguistik Heiko Girnth [1]. Spitzenpolitiker sind besonders geübt darin, ihre Sprache strategisch einzusetzen, um ihren Standpunkt zu untermauern, bestimmte Stimmungen bei den Wählern zu erzeugen und sich von konkurrierenden Parteien und Akteuren abzuheben.
Linguistische Analysen beschäftigen sich häufig intensiv mit dem Sprachgebrauch von Politikern. Sie helfen dabei, Muster zu erkennen, Aufschlüsse über Ideologien und Werte zu geben sowie das Verhältnis zu den Wählenden und der gesellschaftlichen Lage eines Landes oder einer Region zu verstehen. Auch wir bei Lingoda möchten einen Blick darauf werfen, wie die aktuell wichtigsten politischen Akteure in Deutschland und den USA kommunizieren.
In einer Analyse haben die Sprach-Experten von Lingoda untersucht, worin sich Wortwahl und Inhalte der Reden deutscher Spitzenpolitiker unterscheiden. Analysiert wurden Bundestags- und Parteitagsreden von Friedrich Merz (CDU), Markus Söder (CSU), Robert Habeck (Grüne), Sahra Wagenknecht (BSW), Olaf Scholz (SPD) und Alice Weidel (AfD).
Darüber hinaus beleuchtet die Analyse auch die Reden der diesjährigen US-Präsidentschaftskandidaten Kamala Harris und Donald Trump sowie ihrer Running Mates Tim Walz und James David „J. D.“ Vance [2].
Für die Analyse wurden die Reden der untersuchten Politiker jeweils auf einer Skala zwischen einem und zehn Punkten in den Kategorien Rhetorik, Verständlichkeit, sprachliche Korrektheit, Mitgefühl, Kompromissbereitschaft, Stimmung, Aggressivität sowie gendergerechte Sprache zueinander bewertet. Für die deutschen Politiker haben unsere Experten Bundestags- sowie Parteitagsreden analysiert, für die US-amerikanischen Politiker wurden die jeweiligen Nominierungsreden auf den Parteitagen untersucht.


































